Ein Salzburger Gymnasium plant ab Herbst 2026 eine erste Klasse komplett ohne Smartphones – auch in der Freizeit. Das Pilotprojekt trifft den Nerv vieler Eltern und spiegelt einen europaweiten Trend wider, der durch neue, alarmierende Forschungsergebnisse über die Risiken von Social Media für Jugendliche befeuert wird.
Am Bundesrealgymnasium (BRG) in der Salzburger Akademiestraße könnte im kommenden Schuljahr 2026/27 ein in Österreich einzigartiges Bildungsexperiment starten. Direktor Florian Wachter plant, eine erste Klasse zu führen, in der sich die Familien freiwillig dazu verpflichten, dass ihre Kinder kein eigenes Smartphone besitzen. Die Initiative geht damit weit über das seit Mai 2025 in Österreich geltende Handyverbot an Schulen bis zur achten Schulstufe hinaus, das die private Nutzung nicht regelt .
Die Resonanz auf den Vorstoß ist bemerkenswert. Eine erste Online-Umfrage unter 150 Eltern, deren Kinder für das Gymnasium angemeldet sind, zeigte, dass mehr als die Hälfte (über 80) grundsätzliches Interesse an einem solchen Modell haben. “Ich habe ganz oft den Eindruck, dass viele Eltern im Grunde für ihr Kind kein Smartphone wollen”, erklärte Direktor Wachter gegenüber den “Salzburger Nachrichten”. Der soziale Druck, der gerade beim Schulübertritt entstehe, sei für viele Familien eine große Hürde .
Ein österreichischer Vorstoß im europäischen Kontext
Das Salzburger Projekt ist kein Einzelfall, sondern Teil einer wachsenden europäischen Bewegung. Eine aktuelle Eurobarometer-Umfrage vom 15. Januar 2026 zeigt eine deutliche Skepsis gegenüber der Allgegenwart von Smartphones im Leben von Kindern. Demnach befürworten 69% der befragten EU-Bürger:innen ein Verbot von persönlichen digitalen Geräten wie Smartphones in Schulen.
In mindestens zwölf EU-Ländern gibt es bereits entsprechende Regelungen, vier weitere erwägen sie. Die französischsprachige Gemeinschaft in Belgien beispielsweise hat die Freizeitnutzung von Handys in Schulen ab dem Schuljahr 2025/2026 verboten . Das Pilotprojekt in Salzburg geht jedoch einen entscheidenden Schritt weiter, indem es auf eine smartphonefreie Lebenswelt der Kinder auch außerhalb des Schulgeländes abzielt – basierend auf Freiwilligkeit und einer schriftlichen Übereinkunft mit den Eltern, ohne rechtliche Sanktionen.



