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Eine aktuelle Studie der Universität Klagenfurt zeigt: Das seit Februar in Kärnten und seit Mai bundesweit geltende Handyverbot an Unterstufen und Volksschulen führt zu mehr Konzentration, besserem Sozialverhalten und weniger Cybermobbing – doch Expert:innen warnen vor einem reinen Verbot ohne begleitende medienpädagogische Maßnahmen.

 

Klagenfurt– Seit der Einführung des Handyverbots an österreichischen Schulen ist eine intensive Debatte über dessen Sinnhaftigkeit entbrannt. Während Befürworter:innen auf die positiven Auswirkungen auf das Lernklima und die soziale Interaktion verweisen, kritisieren Gegner:innen eine verpasste Chance, Kindern und Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien beizubringen. Eine neue Studie der Universität Klagenfurt liefert nun konkrete Daten aus Österreich und belegt die positiven Effekte des Verbots – zeigt aber auch die Herausforderungen in der Praxis auf.

Studie belegt positive Auswirkungen auf Lern- und Sozialverhalten

Die von den Forscherinnen Larissa Krainer, Caroline Roth-Ebner und Lieve Lagor durchgeführte Studie zeichnet ein klares Bild: Das Handyverbot wirkt. In einer Online-Befragung unter 358 Lehrkräften gaben 89 Prozent an, das Verbot für „sehr sinnvoll“ zu halten, 92 Prozent sprechen sich für dessen Beibehaltung aus. Die positiven Effekte sind deutlich spürbar: Die Schüler:innen seien im Unterricht konzentrierter, das soziale Miteinander habe sich verbessert und Fälle von Cybermobbing seien zurückgegangen. „Cybermobbing hat sich reduziert, ein wunderschönes Ergebnis“, resümiert Roth-Ebner. Auch die Lehrkräfte selbst fühlen sich durch das Verbot gestärkt und in ihrer Durchsetzungsfähigkeit unterstützt.
Die Studie zeigt aber auch die Kehrseite der Medaille auf. So berichten Eltern von einer verstärkten Handynutzung nach der Schule und häufigeren Konflikten zu Hause. Zudem kritisieren sie die teilweise uneinheitliche Umsetzung des Verbots an den Schulen. Organisatorische Fragen, wie die sichere Verwahrung der Geräte während des Unterrichts, seien oft ungeklärt. Die Anschaffung teurer „Handy-Safes“ stellt viele Schulen vor finanzielle Herausforderungen.