Skip to main content

Eine neue österreichische Studie zeigt: Generative Künstliche Intelligenz ist im Alltag von Kindern und Jugendlichen omnipräsent. Während fast alle jungen Menschen KI-Tools wie ChatGPT nutzen, hinkt das Bildungssystem hinterher. Die Ergebnisse befeuern die aktuelle Debatte um eine grundlegende Lehrplanreform in Österreich.

Eine neu veröffentlichte Studie des europäischen Forschungsnetzwerks „EU Kids Online“ (EUKO) liefert beeindruckende Zahlen zur KI-Nutzung von jungen Österreicherinnen und Österreichern. Für die Untersuchung „Children, Adolescents and AI“ wurden 1.988 Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 19 Jahren befragt. Das zentrale Ergebnis: 99,3 Prozent der Befragten haben im letzten Monat generative KI-Anwendungen genutzt .
Die Nutzung ist dabei keineswegs nur spielerischer Natur. Über die Hälfte (51,5%) verwendet KI-Werkzeuge, um Texte zusammenzufassen oder sich Sachverhalte erklären zu lassen. 41,8 Prozent gaben an, die Technologie für das Verfassen von Aufsätzen oder anderen schulischen Texten einzusetzen. Auch für private Zwecke wird KI herangezogen, etwa für Empfehlungen zu Filmen und Musik (34,7%) oder für Ratschläge zu Gesundheit und Fitness (25,6%).
Nutzungsbereich (Generative KI)
Anteil der Jugendlichen
Zusammenfassen/Erklären von Texten
51,5%
Schulische Aufsätze/Texte schreiben
41,8%
Empfehlungen (Filme, Musik etc.)
34,7%
Gesundheits- & Fitnessberatung
25,6%
Videos oder Bilder erstellen
20,3%
Persönliche Sorgen besprechen
15,7%
Deepfakes erstellen
3,2%
Tabelle 1: Ausgewählte Nutzungsbereiche von generativer KI durch österreichische Jugendliche (9-19 Jahre). Quelle: EU Kids Online Austria, 2026
Die Studie zeigt aber auch eine kritische Haltung und einen klaren Wunsch der Jugendlichen nach mehr Orientierung. So äußerten die Befragten Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Gefahr von Fehlinformationen durch KI-generierte Inhalte. „Wir können mit unserer Studie zeigen, dass junge Menschen vor allem mehr über KI lernen wollen“, betont Sascha Trültzsch-Wijnen von der Universität Salzburg. „Im Unterricht sollte der Fokus auf korrekter und sinnvoller Nutzung liegen.“